In Brasilien sagt man «Giroflex»
In São Paulo fragt niemand nach einem Bürostuhl. Man fragt nach einem Giroflex. Der Markenname wurde zum Wort für die Sache selbst – wie Tempo für Taschentuch, wie Jacuzzi für Whirlpool. Das passiert nicht durch Werbung. Das passiert durch Jahrzehnte, in denen ein Produkt so gut ist, dass Menschen aufhören, zwischen Gattung und Marke zu unterscheiden.
Wer hat’s erfunden? Koblenz. Aargau, Schweiz. 1872!
Probesitzen?
Die Geschichte hinter dem Namen
Albert Stoll I. gründete 1872 in Koblenz AG eine Stuhlfabrik. Bugholzstühle für Cafés, Hotels, Ladengeschäfte – solides Handwerk. Sein Sohn, Albert Stoll II., drehte das Geschäft ab 1919 in Richtung Büro. 1926 erfand er den «Federdreh»: den ersten Drehstuhl mit Abfederung. Weltweit patentiert.
1948 wurde daraus der Name, der bis heute hält: Giroflex. Zusammengesetzt aus «giro» (drehen) und «flex» (nachgeben). Zwei Wörter, die beschreiben, was ein guter Stuhl tun muss – und sonst nichts.
Die Expansion folgte rasch – Belgien 1949, dann Brasilien. In einem 700-Quadratmeter-Schuppen im Paulistaner Quartier Moema entstanden die ersten Drehstühle Südamerikas. Über 5 Millionen Stühle später war der Name zum Gattungsbegriff geworden. Ein ganzes Land sass auf Giroflex – und nannte jede Bürodrehung so.
60 Jahre Ergonomie-Forschung. Kein Marketingwort.
Seit 1962 arbeitet Giroflex mit Ergonomen und Arbeitsphysiologen zusammen – darunter Wissenschaftler der ETH Zürich. Nicht als Kampagne, sondern als Methode. Die Ergebnisse stecken in jedem Mechanismus, jeder Sitzkontur, jeder Rückenlehne.
Dr. Etienne Grandjean baute 1962 im Auftrag von Giroflex eine Apparatur, mit der sich das ideale Sitz- und Rückenprofil vermessen liess. 1964 entstanden daraus vier ergonomisch differenzierte Stuhltypen – zu einer Zeit, als die Branche noch glaubte, ein Modell reiche für alle. Giroflex brach mit dieser Konvention. Der Ansatz wurde zum Industriestandard.
Was davon bleibt: Giroflex-Stühle werden nicht nach Trends entworfen. Sie werden nach dem gebaut, was Wirbelsäulen, Bandscheiben und Oberschenkel brauchen. Messbar. Wiederholbar. Seit über 60 Jahren.
giroflex 64 – Der Millionenseller
Über 2 Millionen Mal verkauft. Der giroflex 64 ist so etwas wie der Referenzwert unter den Bürostühlen – seit 1996 im Programm, entworfen vom Tessiner Designer Paolo Fancelli.
Den Unterschied macht die Synchro-Motion-Mechanik: Sitz und Rückenlehne bewegen sich synchron mit dem Körper, vorwärts wie rückwärts. Kein Nachstellen, kein Hebel. Der Stuhl folgt – nicht umgekehrt. Das Zwei-Zonen-Sitzprofil hält das Becken hinten stabil und entlastet vorne die Oberschenkel. Sitztiefe, Rückendruck, Armhöhe – alles einstellbar.
Kein Stuhl für Katalogseiten. Ein Stuhl für 8 Stunden.
giroflex 353 – Schweizer Haltung, fairer Preis
Nicht jeder braucht den Millionenseller. Manche brauchen 40 Stühle für ein Team – und trotzdem keine Kompromisse bei der Ergonomie. Dafür gibt es den giroflex 353.
Die Automatic-Move-Mechanik passt den Gegendruck automatisch ans Körpergewicht an. Kein Einstellen, kein Handbuch. Hinsetzen genügt. Der Rücken ist als Netz oder Polster verfügbar, die Farbpalette gross genug für jedes Bürokonzept. Paolo Fancelli hat auch diesen Stuhl gezeichnet – Red Dot Award und Cradle-to-Cradle-Zertifikat inklusive.
Der 353 beweist, dass Nachhaltigkeit kein Aufpreis sein muss. Alle Teile lassen sich sortenrein trennen und in den Materialkreislauf zurückführen. Giroflex nimmt alte Stühle zurück. Das ist keine Geste. Das ist Konstruktionsprinzip.
Flokk – Das Haus hinter der Marke
Giroflex gehört seit 2017 zur Flokk-Gruppe. Flokk ist der grösste europäische Spezialist für Bürostühle – mit Marken wie HÅG aus Norwegen, RH aus Schweden, Profim aus Polen und Via Seating aus den USA. Zusammen über 400 Jahre Erfahrung.
Jede Marke hat ihre eigene Identität – keine Überschneidungen, bewusst so gewollt. HÅG steht für aktives Sitzen, RH für Hochleistungs-Ergonomie im Dauereinsatz, Profim für Vielseitigkeit in grossen Stückzahlen. Und Giroflex? Für Schweizer Entwicklung, Präzision und eine Ergonomie-Tradition, die älter ist als alle anderen im Verbund.
Wer einen Giroflex kauft, bekommt nicht nur einen Stuhl. Sondern den Zugang zu einem Ökosystem, das für jeden Bedarf die passende Antwort hat – vom Konferenzraum bis zur 24-Stunden-Leitstelle.
Probesitzen bei Trispace in Zürich
Kein Prospekt ersetzt 10 Minuten auf einem giroflex 64. Das Federsystem spürt man nicht auf Bildern – und die Synchronmechanik erschliesst sich erst, wenn man sich zurücklehnt und der Stuhl mitgeht, ohne dass man einen Hebel berührt hat.
In unserer Ausstellung in Zürich stehen beide Modelle – 64 und 353. Dazu Stühle von HÅG und RH, falls Sie vergleichen möchten. Wir beraten ohne Zeitdruck. Und wenn es passt, erstellen wir Ihnen eine Offerte – für einen Stuhl oder für 200.
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Häufige Fragen zu Giroflex
«Giro» heisst drehen, «flex» heisst nachgeben. Der Name wurde 1948 eingeführt und geht auf den «Federdreh» zurück – den weltweit ersten Drehstuhl mit Abfederung, erfunden 1926 von Albert Stoll II. in Koblenz AG.
Giroflex ist seit 2017 Teil der Flokk-Gruppe mit Hauptsitz in Oslo. Flokk vereint mehrere Stuhlmarken unter einem Dach, darunter HÅG, RH, Profim und Via Seating. Giroflex agiert als eigenständige Marke mit eigener Designsprache.
1951 brachte die deutsch-schweizerische Unternehmerfamilie Schmidt die Marke nach São Paulo. In den folgenden Jahrzehnten verkaufte Giroflex Brasil über 5 Millionen Stühle und prägte den Bürostuhlmarkt so stark, dass der Markenname zum Alltagswort für Bürodrehstuhl wurde. Die brasilianische Tochter ging 2014 in Konkurs, der Name blieb in der Sprache.
Entwicklung und Design haben ihren Ursprung in der Schweiz. Die Produktion wurde 2021 ins Flokk-Werk nach Turek (Polen) verlagert. Giroflex unterhält in der Schweiz weiterhin einen Standort für Service und Markenführung in Opfikon bei Zürich.
Kommt auf den Einsatz an. Der 64 bietet mit der Synchro-Motion-Mechanik maximale Anpassung für Einzelarbeitsplätze mit langen Sitzzeiten. Der 353 ist mit der Automatic-Move-Mechanik ideal für Mehrpersonenarbeitsplätze, weil er sich automatisch ans Gewicht anpasst – ohne individuelle Einstellung. Beide tragen die Giroflex-Ergonomie-DNA.